Der UMLAUF

  Redakteur einer Zeitung zu sein erscheint vordergründig reizvoll und faszinierend: Immer "die Hand am Puls des Lebens", der "rasende Reporter", der "Unbestechliche", dem es gelingt, durch geschicktes Recherchieren Neuigkeiten aufzudecken, einen Skandal zu provozieren und der "vierten Gewalt" anzugehören, die in unserer Gesellschaft eine Wächterfunktion übernehmen soll.

   Man stelle sich einmal vor, es gäbe ihn nicht, den SPIEGEL, und es gäbe ihn nicht, den "UMLAUF", unsere Schulzeitung des Goethe-Gymnasiums. Aber jetzt mal im Ernst: Wie viele Skandale im Bundeskanzleramt und am Goethe-Gymnasium blieben unaufgedeckt?  

 

Bei einer realistischen Betrachtung des journalistischen Alltags müssen zwangsläufig eine Menge bunter Seifenblasen platzen: Mit den Voraussetzungen einer gewissen journalistischen Begabung, sprachlichen Gespürs und Formulierungsvermögens kann die Herausgabe einer Zeitung noch nicht gewährleistet werden.

    Gestalterisches Gespür und organisatorische Fähigkeiten der Redakteure bilden die Basis für eine erfolgreiche Produktion. Die dabei anfallenden Arbeiten kosten viel Zeit, sind oft mühselig und manchmal nervenaufreibend. Zu guter Letzt überwiegt dann doch dies beglückende Gefühl, das frischgedruckte Exemplar in den Händen zu halten.

    Die Schulzeitung "UMLAUF" in seinem heutigen vielfältigen Erscheinungsbild kann auf eine weit über 20jährige Tradition zurückblicken, denn Zeitungen waren am Goethe-Gymnasium stets fester Bestandteil des Schullebens.

Wie aus den «Redaktionellen und publizistischen Richtlinien des UMLAUF hervor geht, versucht die Redaktion stets "über alle Bereiche des schulischen, jedoch auch außerschulischen Lebens so vielseitig, umfassend und vorurteilsfrei wie möglich zu informieren. Dabei sollte durch Gedankenaustausch, Bericht und Kritik das Schulleben bereichert, die Schüler - möglichst auch Lehrer, Eltern und Freunde des Goethe-Gymnasiums - zur Mitarbeit angeregt, die Schulgemeinschaft und die SchülerMitverantwortung gefördert werden".

    Wie weit dieser sicherlich hochgesteckte Anspruch bis heute realisiert wird, beweisen immer wieder sowohl unsere Verkaufsquoten, als auch die vielfältigen Wettbewerbspreise:

  •  zweimalige Auszeichnungen des Schülerpressepreises der Theodor-Heuss-Akademie,
  •  zwei 1. Preise in der Kategorie "Schule/Bildung beim SPIEGEL-Wettbewerb "Deutschlands Schülerzeitung des Jahres", zweimalige Auszeichnungen als "Beste Schülerzeitung Hessens",
  •  drei 1. Preise gingen an UMLAUF-Redakteure für ihre Reportagen bei Schülerzeitungswettbewerbe des Hessischen Schüler- und Jugendzeitungsverein.
  • Höhepunkt aller Auszeichnungen war jedoch das Jahr 1998, als der UMLAUF vom Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL als "Beste Schülerzeitung des Jahres" prämiert wurde. Dabei gewann der UMLAUF den 1. Preis in der Kategorie "Gesamteindruck", den 1. Preis in der Kategorie "Bester Einzelartikel" und den 1. Preis in der Kategorie "Bester Online-Auftritt".

 

Seit 1984 erscheint der UMLAUF dreimal jährlich, und für viele seiner Leser ist das immer noch zu wenig. Diese Kritik mag sicherlich berechtigt sein, zumal dann der UMLAUF bei einer häufigeren Erscheinungsweise in seiner Berichterstattung wesentlich aktueller wäre. Nur scheiterte bisher dieses angestrebte Ziel stets an Zeitmangel, denn die doch arbeitsaufwendige Redaktionsarbeit kann nur freiwillig nach der Unterrichtszeit in einer Arbeitsgemeinschaft geleistet werden.
            

    Hinzu kommt noch das Finanzierungsproblem jeder Ausgabe, das kaum durch den Verkauf im Goethe-Gymnasium, sondern fast ausschließlich durch die Schaltung von Anzeigen gelöst werden kann. So ist der UMLAUF beim oft so lästigen "Aquirieren»" ständig abhängig von der Gunst und dem häufig damit verbundenen temporären Interesse der Anzeigenkunden. Mittlerweile haben die Herausgeber erkannt, dass z. B. die Zeiten im Frühjahr und vier Wochen vor Weihnachten für das Anzeigengeschäft günstig sind, während die Sommermonate als "absolute saure Gurkenzeit" einen Zeitungsdruck kaum ermöglichen. Mit UMLAUF Online (www.umlauf.de) ist es jedoch der "Arbeitsgemeinschaft Schulzeitung" durch ihre wöchentliche Berichterstattung gelungen, aktuell über das Schulleben, das Zeitgeschehen und über Kultur und Sport zu berichten.

    Die Schülerinnen und Schüler der "Arbeitsgemeinschaft Schulzeitung" erfahren im Laufe ihrer Redaktionsarbeit, dass trotz wiederkehrender Schwierigkeiten ein besonderer Reiz im "Blattmachen" liegt, der immer wieder zu neuen Produktionen führt. Die Neugier, sich mit ungelösten Fragen oder Aufgaben auseinander zu setzen, ein ungestilltes Mitteilungsbedürfnis und die Absicht, beim Leser durch Weitergabe von Informationen und Erkenntnissen ein kritisches Bewusstsein zu erzeugen, bilden für viele Schüler die notwendige Motivation und Herausforderung, sich immer aufs neue für den UMLAUF zu engagieren. Es bleibt deshalb zu hoffen, dass es auch zukünftig Schüler mit journalistischen Neigungen geben wird und nicht nur der SPIEGEL, sondern auch der UMLAUF Pflichtlektüre bleibt.

    Die Arbeitsgemeinschaft Schulzeitung trifft sich im Raum hinter der Präsenzbibliothek wöchentlich zu einem Redaktionstreffen jeweils donnerstags, nach der Mittagspause.

    Die regelmäßige Teilnahme an der Arbeitsgemeinschaft "Schulzeitung" wird im Zeugnis dokumentiert.

    Darüber hinaus erhalten Schüler nach einer mindestens zweijährigen Mitarbeit ein Testat für "ihre besonderen publizistischen und redaktionellen Leistungen" als Anlage zum Abiturzeugnis.