History

«Geschichtslehrer sind die Historiker der Gesellschaft»

 

Mit diesen Worten beschreibt die US-amerikanische Geschichtslehrerin und Vorsitzende der World History Association Heidi Roupp die Ansprüche an modernen Geschichtsunterricht. Er soll das Interesse junger Menschen an der Vergangenheit wecken und diese mit ihr vertraut machen. Auch soll er zeigen, wie sehr sich die Gegenwart aus Ideen und Konflikten der Vergangenheit entwickelt hat. Nie wird er dabei aufhören die Frage zu stellen, ob man aus der Geschichte lernen kann, und gleichzeitig jungen Menschen vor Augen führen, dass es „die Geschichte“ nicht gibt, sondern vergangene Epochen immer wieder neu verstanden und interpretiert werden müssen. Er soll anregen Fragen zu stellen, zum reflektierten und kritischen Denken ermutigen und das Selbstvertrauen vermitteln, das junge Menschen auf ihrer Suche nach ihrer eigenen Identität und eigenen Standpunkten benötigen

 

Und überhaupt... warum gerade bilingualer Unterricht in Geschichte?

 

Die Welt wird zunehmend kleiner. Nationale Grenzen fallen, Reisefreiheit und Wirtschaftsräume werden größer. Neu ist dieser Prozess keineswegs, doch ist er seit wenigen Jahren gerade bei jungen Menschen mit einem Gefühl von Unsicherheit und Skepsis verbunden. Geschichtsunterricht sollte diesen Sorgen ebenso wie den Herausforderungen, die eine globalisierte Welt an folgende Generationen stellt, Rechnung tragen. Da Sprache immer auch Denkstrukturen prägt, kann der kontrastive und konsequente Einsatz des Englischen als Arbeitssprache im Geschichtsunterricht helfen Barrieren zu überwinden, multiperspektivisches Denken zu fördern und sowohl die Geschichte der eigenen Gesellschaft wie fremder Gesellschaften mit angemessener Distanz und Kritik zu betrachten.

 

Wann und in welcher Form wird die englische Sprache eingesetzt?

 

Der Grundsatz, dass die englische Sprache immer dort eingesetzt wird, wo sie auch sinnvoll ist, gilt für unseren bilingualen Geschichtsunterricht in ganz besonderem Maße. Generell legen wir großen Wert auf eine internationale Perspektive, ohne dabei jedoch die moderne deutsche Geschichte zu vernachlässigen. An diesem Ansatz orientiert sich auch der Einsatz der Unterrichtssprachen. In beiden Sekundarstufen werden alle Themen zwischen Antike und Französischer Revolution in englischer Sprache unterrichtet. Zur Geschichte des 20. Jahrhunderts vermitteln wir aber einzelne Themenbereiche in deutscher Sprache. Hierbei handelt es sich vor allem um die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus sowie die Geschichte der deutschen Teilung von 1949 bis 1990. Diese Kernthemen werden dann mit internationalen Entwicklungen in Englisch kontrastiert. Auch in Geschichte wird darüber hinaus frühzeitig - in der Jahrgangsstufe 8 - Sprachmittlung eingeführt und, wann immer es fachlich sinnvoll ist, im Unterricht praktiziert