Medienkunde Musik

Bei diesem in der Kasseler Schullandschaft einzigartigen Angebot für Oberstufenschüler*innen der Q3/4 handelt es sich um einen speziellen Musikkurs, in dem die Grundlagen der elektronischen Klangerzeugung, der Tonstudiotechnik und der computergestützten Musikproduktion erlernt werden. Neben der Behandlung von theoretischen Aspekten der Klangsynthese und der akustischen Grundlagen steht die praktische Arbeit mit Hardwaresynthesizern, Drumcomputern und der Musikproduktionssoftware Ableton Live für mindestens 50% der Unterrichtszeit im Vordergrund. Jede Schülerin/jeder Schüler hat am Ende des Schuljahres eine Musikproduktion in Partnerarbeit erstellt. Am Goethe-Gymnasium steht dafür ein extra eingerichteter Raum mit sieben Computerarbeitsplätzen, ausgestattet mit Musiksoftware, externen Soundkarten, Ableton Push-Controllern, MIDI-Keyboards und Monitorboxen, sowie mit Hardwaresynthesizern (Moog, Arturia, Yamaha), Drumcomputern, Mischpult und Mikrofonen zur Verfügung. Der Kurs kann sowohl von Schüler*innen belegt werden, die vorher einen „normalen“ Musikkurs (auch an einer anderen Schule) belegt haben, als auch von Schüler*innen, die in der Q1/2 Kunst-Medienkunde belegt haben.

 

Falls Sie Fragen zu diesem Angebot haben, können Sie sich direkt telefonisch an den zuständigen Lehrer, Herrn Scheer, wenden. Tel.: 0163 300 33 60.

 

Medienkunde Kunst

In der Q1 beschäftigen wir uns in erster Linie mit Fotografie, der Erstellung von Magazinseiten mit Hilfe von professionellen Programmen (Photo-Shop, InDesign, Illustrator, Adobe Acrobat). Aktuelle Themen werden in Reportagen, Werbeanzeigen, aber auch in anderen grafischen Darstellungen bearbeitet und inszeniert.

Die Filmanalyse ist Grundlage der Q2. Videos werden in Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal erstellt, sofern dies möglich ist. Storyboards entwickeln, Aufnahmetechniken erlernen, Filmschnitt

anwenden und Ergebnisse präsentieren und verbreiten sind attrakive Bestandteile der Lehreinheiten. Ob es Trickfilme, Kurzfilme mit eigenen schauspielerischen Anteilen oder Werbefilme sind, vieles ist

möglich. Fragestellungen bzw. Themen der beiden Kurshalbjahre sind:

 

Q1

  • Lügen Bilder? Was ist eine Reportage?
  • Dokumentation als Fotografie,Wirklichkeit und Inszenierung.
  • Was muss eine gute Fotografie leisten?
  • Fotografie an Beispielen berühmter Fotografen
  • Technik der Fotografie, Laborarbeit, eigene Bilder bearbeiten
  • Fotoanalyse
  • eigene Reportagefotografie
  • Magazingestaltung in Kooperation mit "Deutsch Medienkunde"
  • Werbeanzeigen erstellen
  • Ausstellung der Ergebnisse

Q2:

  • Filmanalyse an geeigneten Beispielen
  • Dokumentation, Trickfilm, Schauspielfilm an Beispielen
  • Geschichte der Filmentwicklung (z.B. in Deutschland)
  • eigene kleine Videos drehen mit Handys
  • Drehbuch, Storyboard, Drehplan
  • Kameraeinführung in Kooperation mit dem Offenen Kanal in Kasselam Hauptbahnhof
  • Studioarbeiten
  • Kurzfilmgestaltung in Kooperation mit "Deutsch Medienkunde" mit eigenen Themen
  • Präsentation der Ergebnisse

Medienkunde Deutsch

Das Besondere an diesem Angebot ist, dass wir den Fokus auf einen erweiterten Textbegriff legen, der unterschiedliche mediale Erscheinungsformen von Literatur und Sprache einschließt, und dass wir fächerverbindend mit dem Kunst-Medienkundekurs zusammenarbeiten. Die Lernenden setzen sich in Deutsch-Medienkunde mit der spezifischen Gestaltung von Texten unterschiedlicher medialer Formen

auseinander (Sachtexte, literarische Texte, journalistische Texte, Hörtexte/Podcasts und Filme), sodass sie deren Wirkungsweise und ästhetische Qualität erläutern und beurteilen können.

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Q1 liegen im Bereich Mediengeschichte/Medientheorie und Journalismus. Die Wirkungsweise von Massenmedien, manipulativen Strategien, der Einfluss der verschiedenen Massenmedien auf die Identitätsausbildung und die Veränderung der Gesellschaft stehen dabei im Zentrum. Die Lernenden beschreiben medienspezifische Besonderheiten, analysieren Sprache in unterschiedlichen medialen Zusammenhängen und diskutieren, inwieweit sich Sprache und Medien gegenseitig beeinflussen, ob Sprache und Medien die Wirklichkeit bloß abbilden oder diese vielmehr konstituieren und neu erschaffen. Anhand eines geeigneten Themas verfassen sie eine eigene Reportage oder einen eigenen Podcast (in Zusammenarbeit mit dem Grundkurs Kunst-Medienkunde).

In der Q2 liegt der Fokus auf den audiovisuellen Texten (Kurzfilm, Dokumentarfilm, Spielfilm, youtube-Film, scripted reality). Der Film als Medium besitzt im Massenkulturbetrieb eine unverzichtbare Stellung, er ist fast uneingeschränkt zugänglich und meistens leicht verständlich. Um einen Film aber als mehrfach kodierten Text zu begreifen, bedarf es einer angeleiteten Auseinandersetzung mit der Vielschichtigkeit eines Films und der Kenntnis filmsprachlicher Mittel. Ähnlich wie bei literarischen Texten müssen auch audiovisuelle Texte gelesen werden: Dramaturgie, Figuren, Erzählperspektive, Handlungsorte und Zeitgestaltung, Motive und Symbolik stehen auch hier im Mittelpunkt. In der Zusammenarbeit mit dem Grundkurs Kunst-Medienkunde können die Lernenden ihr Wissen anwenden und in einer eigenen audiovisuellen Produktion umsetzen. Als Endprodukt der Einheit steht ein eigener Kurzfilm. Neben Filmgeschichte, Positionen von Filmregisseur*innen interessieren uns auch die Inszenierungen von Frauen- und Männerbildern in unterschiedlichen Formaten. Nicht zuletzt führt die Kenntnis unterschiedlicher medialer Formate und filmtheoretischer Ansätze zu einer kriteriengeleiteten Urteilsbildung und zur Reflexion der Medien im gesellschaftlichen Kontext, sodass die Entwicklung von Medienkompetenz einen besonderen Stellenwert erhält.

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Q3 liegen im Spannungsfeld von Individuum und Gesellschaft und den zentralen anthropologischen Grundfragen. Diesen gehen wir in unterschiedlichen Formaten nach, sodass auch die besonderen Eigenschaften der jeweiligen Medienformate (Literatur, Film, Graphic Novel, Hörbuch) und ihre Wirkungsweisen gegenübergestellt werden können. Weiterhin befassen wir uns mit verschiedenen filmischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus oder der DDR nach 1945 bzw. 1990. Die ästhetischen Eigenschaften und die jeweiligen Produktions- und Rezeptionskontexte stehen dabei im Mittelpunkt.

In der Q4 widmen wir uns den zeitgenössischen Tendenzen in unterschiedlichen medialen Formaten. Anhand literarischer und filmischer Neuerscheinungen und den Reaktionen der Kritik darauf, erfahren die Lernenden Wandel und Diskussionen des kulturellen Lebens. Literarische, journalistische und audiovisuelle Texte im Zusammenhang mit Migration und Globalisierung bilden hierbei einen Schwerpunkt.

Der Deutsch-Medienkundekurs schließt im Abitur mit einer Präsentationsprüfung oder mündlichen Prüfung ab.